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Kirche

Index Nr: 14 Objektart: Plastik (Statue)
Kurzbezeichnung: Guter Hirte Heiliger: Christus
Stil: Moderne
Datierung: 1959
Material: Holz
Technik: Bildhauerarbeit, ungefasst
Standort: Triumphbogenwand
Maße: Höhe/Länge: 175 cm Breite: 60 cm Tiefe: 45 cm
Künstler: Pieler Erich Beschriftung: E. PIELER / 1959
Anmerkung:
GUTER HIRTE (Pastor bonus) (1)

THEMA:
Das Bild des schaftragenden Hirten ist schon in spätantiker Zeit an Wänden und Decken der Katakomben, an Sarkophagen, in Form von Statuen und in verschiedenen Bereichen der Kleinkunst zu sehen. Die eindeutig pagane, d.h. heidnische Herkunft dieses Bildmotivs konnte schon erschlossen werden. Der Schafträger gilt in der Deutung Klausers (2) als Personifikation der Philanthropia (humanitas) und die Orans als Personifikation der Eusebia (pietas). Gemeinsam verkörpern sie eine populäre Zwei-Tugend-Ethik, die auf christlichen Denkmälern mit biblisch-christlichem Bildgut verbunden wird. Das Bild des Guten Hirten, das uns in frühchristlicher Zeit am häufigsten in der Sepulkralkunst begegnet, ist dort nicht als Darstellung Christi zu verstehen, sondern ihm liegt der Leitgedanke der Soteria (Erlösung, Heil) zugrunde, um die der Christ bittet.

Die Darstellung Jesu als Guter Hirte geht auf das von Matthäus und Lukas überlieferte Gleichnis vom Hirten zurück, der 99 Schafe allein läßt, um ein verlorenes zu suchen
(Mt 18, 10-14). Auch in seinen Gleichnissen spricht Jesus immer wieder vom Heimholen des Verlorenen und von der Zuwendung gerade zu jenen, die am Rande stehen. Dieses Heimholen manifestiert sich einerseits in der Bußfertigkeit des verlorenen Schafs selbst. V.a. in spätmittelalterlichen und reformatorischen Darstellungen wird der Bußgedanke des verlorenen Schafs dem Bild des Guten Hirten subsumiert und später im Barock der Beichtstuhl folgerichtig zum Bildträger des meist in Halbfigur dargestellten Motivs. Zum anderen wird die Predigt und Verkündigung der Glaubenswahrheit als vornehmstes Anliegen des Hirten erkannt. Dementsprechend trägt die Kanzel in unzähligen Fällen die Figur des Pastor Bonus. Diese Verbindung ergibt sich aus dem inhaltlichen Zusammenhang zwischen der Stätte der Verkündigung des Hirtenwortes, dem Predigtauftrag und gemäß Ps 100, 3, in dem es heißt: Sein Volk sind wir und die Schafe seiner Weide." Manchmal wird im Barock, in dem sich die Kanzel zum hauptsächlichen Bildträger des Themas entwickelt, sogar die ganze Kanzel als Lämmerweide gestaltet.(3)

IKONOGRAFIE:
In frühchristlicher Zeit ist der Gute Hirte zumeist stehend, jugendlich und bartlos, mit einer Tunika bekleidet und mit dem Schaf auf den Schultern dargestellt. Später als Christus identifiziert erscheint er bärtig, nimbiert und oft im langen Gewand, das Schaf auf seinen Schultern tragend. Andere Darstellungsformen des Guten Hirten zeigen ihn als Auferstandenen mit einer weidenden Schafherde zu seinen Füßen oder als dornengekrönten Schmerzensmann
und schließlich als Christuskind. (4) A.P.

1.) Literatur: Kirschbaum, E., Braunfels, W. u.a. (Hrsg.): Lexikon der christlichen Ikonographie,
     8 Bde, Freiburg 1968-1976
2.) Klauser, Th.: Studien zur Entstehungsgeschichte der christlichen Kunst, 1958
3.) z.B. in Ruhpolding in Oberbayern.
4.) In dieser Gestalt hat v.a. Murillo den G. H. volkstümlich gemacht.
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