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Kirche

Index Nr: 15 Objektart: Relief
Kurzbezeichnung: Kreuzwegstationen Heiliger: Christus
Stil: Historismus
Datierung: 1854
Material: Holz
Technik: Bildhauerarbeit, steinfärbig
             gefaßt, Rahmen vergoldet
Standort: Langhaus
Maße: Höhe/Länge: 116 cm Breite: 64cm
Künstler: zur Zeit nicht eruierbar
Beschriftungen:
I) Jesus wird zum Tode verurteilt. II) Jesus nimmt das Kreuz auf sich.
III) Jesus fällt zum erstenmal unter dem Kreuze. IV) Jesus begegnet seiner betrübten Mutter. V) Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen. VI) Veronika reicht Jesus das Schweißtuch. VII) Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuze. VIII) Jesus redet zu den weinenden Frauen. IX) Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuze. X) Jesus wird seiner Kleider beraubt. XI) Jesus wird ans Kreuz genagelt. XII) Jesus stirbt am Kreuze. XIII) Jesus wird vom Kreuze herabgenommen. XIV) Jesus wird begraben.
Anmerkung:
KREUZWEG

GESCHICHTE
Der Begriff des "Kreuzwegs" geht zurück auf das Warendorfer Gebetsbuch von 1795,
welches das Wesen und die Aufgaben eines Kreuzwegs beschreibt. Als Grundlagen
gelten im wesentlichen die Schriften des Neuen Testaments: Mt 26,1-27,66 / Mk 14,1-15,47 / Lk 22,1-23,56 / Joh 18,1-19,42. In Berichten und Pilgerführern sind die  neutestamentlichen und apokryphen Texte schon ab 400 miteinander verbunden worden.
Die bildlichen Darstellungen der einzelnen Szenen haben ihre Grundlage in den Kreuzzügen (11. - 13. Jh.) und folgen dem Bestreben, die Passionsereignisse Jesu in einem "neuen Jesrusalem" nachzugestalten, um der religiösen Compassio örtliche Anschaulichkeit zu geben. Das 15. Jh. bringt eine Verdichtung der literarischen und bildlichen Bemühungen. Die stärkste Wirkung für die Weiterentwicklung des Kreuzwegs zu seiner heutigen Form hatten die Palästina-Schreiben des Christian Cruys (genannt Adrichomius). In seinem "Theatrum terrae sanctae" (1590) beschreibt er 12 Stationen. Im Text wird das Leiden der Kreuztragung hervorgehoben. Den vier Zusammenbrüchen (ursprünglich wird die Kreuzauflegung als erster Zusammenbruch gesehen) stehen die vier tröstlichen Momente (Mutter, Simon, Veronika und die weinenden Frauen) gegenüber. Die beiden Darstellungen nach Christi Tod (Kreuzabnahme und Grablegung) werden erst 1625 durch den spanischen Franziskaner A. Daza angefügt.

DARSTELLUNG:
In Spanien entstanden Freilicht-Kreuzwege ab 1423 (Cordoba) und in Deutschland wurden
ab 1468 "Jerusalemberge" errichtet (Lübeck). In Italien entwickelten sich gegen Ende des
15. Jhs. Kalvarienberge die auch bis zu 43 Stationen haben können (Varallo). Der Kreuzweg in der heute üblichen Form der 14 Stationen beginnt mit der Verurteilung durch Pilatus und endet mit der Grablegung Christi. Dabei werden wesentliche Ereignisse der Passion (Todesangst, Gefangennahme, Geißelung usw.) nicht berücksichtigt. Die Auswahl der Bildmotive erfolgt dabei meist unter dem Einfluß der sogenannten Kreuzwegbücher, die
ab dem 15. Jh. vor allem ausgehend von den Niederlanden Verbreitung fanden. Als wesentliche Eigenschöpfungen der Kreuzwegikonografie sind dabei die Begegnungen mit der Mutter, den heiligen Frauen und mit Veronika zu sehen; ebenso die Szenen der Entkleidung, der Kreuzannagelung und der Kreuzestod. Die erste große Blütezeit der Kreuzwege fällt in die Mitte des 18. Jhs., während die Aufklärung anschließend die Andacht und das Bild mit dem Hinweis auf unbiblische Erweiterungen ablehnt. Eine zweite Welle der Kreuzwegverehrung brachte die Romantik um die Mitte des 19. Jhs. Neben anderen schuf Josef Ritter von Führich mit seinem Kreuzweg für die Nepomukkirche in Wien, Leopoldstadt, einen Prototypen, der durch Stiche in aller Welt verbreitet wurde und noch lange vielfach kopiert wurde. Eine weitere Fülle von Kreuzwegen wurde in den Notzeiten nach dem 1. und 2. Weltkrieg geschaffen. Ab der Mitte des 20. Jhs. kommt es meist zu einer zeichenhaften Bildsprache bis hin zur reinen Abstraktion. P.K.

Literatur: Hrgb. Engelbert Kirschbaum SJ, Lexikon der Christlichen Ikonographie (in 8 Bänden), Rom/Freiburg/Basel/Wien 1968 (1994).

Stationen:   1   2   3   4   5   6   7/8   9/10   11   12   13   14

 
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